Bahn frei für neue Ideen
Lothar Späth, Ministerpräsident des Landes Baden Württemberg a. D., hat den Graveurbetrieb Leonhardt mit seinem Inhaber Dr.h. c. Wolfgang Leonhardt als eines der 100 innovativsten Unternehmen im deutschen Mittelstand mit dem begehrten Gütesiegel „TOP 100" 2009 ausgezeichnet.
Geld allein macht bekanntlich nicht glücklich – auch dann nicht, wenn es um Innovationen geht. Für den Graveurbetrieb Leonhardt spielt das menschliche Kapital beim Hervorbringen und Realisieren von Innovationen sogar eine noch größere Rolle als das reine Kapital. Das 1960 gegründete Familienunternehmen bietet deshalb seinen 21 Beschäftigten ein Innovationsklima, in dem jeder von ihnen aufgefordert ist, Mitunternehmer zu sein und seine Kernkompetenz eigenverantwortlich einzubringen.
Keine Idee darf im Keim erstickt werden – und sei sie auf den ersten Blick noch so „weit hergeholt". Dieser eherne Grundsatz im Hause Leonhardt macht deutlich, dass für den schwäbischen Werkzeug- und Formenbauer das systematische Fördern des kreativen Potenzials seiner Mitarbeiter Priorität hat. Ein formalisiertes Vorschlagswesen ist dabei nach Überzeugung des Geschäftsführers Wolfgang Leonhardt eher hinderlich: „Wir diskutieren jede Idee eingehend und erarbeiten dann gemeinsam einen Weg, wie wir sie schnell, flexibel und unbürokratisch verwirklichen können." Mit dieser eher unkonventionellen Strategie fährt das Unternehmen mit Sitz in Hochdorf bei Esslingen gut, wie folgende Zahlen belegen: Pro Jahr bringt jeder Beschäftigte im Durchschnitt 4 Verbesserungsvorschläge oder neue Ideen ein, von denen 80% realisiert werden – und sich für die Betreffenden in barer Münze auszahlen, wenn sie zur Erteilung eines Patents führen. Ein weiteres Markenzeichen des Innovationsklimas im Graveurbetrieb Leonhardt sind zudem weitreichende Freiräume für die Belegschaft. So kann jeder auch außerhalb des offiziellen Entwicklungsprogramms neue Ideen finden. Die Kostenfrage bleibt dabei erst einmal außen vor. Außerdem geben diese Freiräume den Mitarbeitern die Möglichkeit, ihre täglichen Abläufe in eigener Verantwortung und Regie zu optimieren. Bei allen Freiheiten für die Projektteams, die während des gesamten Innovationsprozesses für den Erfolg ihres Vorhabens verantwortlich sind, sitzen der Geschäftsführer und die weiteren Entscheidungsträger des Graveurbetriebs dennoch jederzeit mit im Boot. Sie definieren und kommunizieren die Innovationsstrategien und -ziele, haben den Fortschritt der Projekte im Blick und motivieren die Teams nicht zuletzt durch ein vertrauensvolles und persönliches Miteinander. Denn letztlich bestimmt das menschliche Kapital über die unternehmerische Innovationsfähigkeit – und die kann durchaus glücklich machen.
Neueste Technologien für den Werkstoff der Zukunft
Keramikspritzguss mittels Sub Mikrotechnologie oder auch mit eigenen Werkstoffformulierungen folgen konsequent dem Trend der Kleinstbauweise. Der Einsatz des Werkstoffes „Keramik" erfordert allerdings entsprechendes Know-how in der Entwicklung der jeweiligen Rezeptur sowie in der Fertigung der Spritzgießwerkzeuge. Diese Prozessketten – also alles aus einer Hand – zählen seit Jahren zu den Stärken des Graveurbetriebs Leonhardt und dem Schwesterunternehmen OxiMaTec GmbH in Hochdorf bei Esslingen. In diesem Bereich ist das sicher eine nahezu einzigartige Konstellation, denn das Dienstleistungsangebot beschäftigt sich statt mit Standard- Materialien ausschließlich mit der kundenorientierten maßgeschneiderten Rezeptur. So sind Instrumente für die minimal invasive Chirurgie nur ein Beispiel, wie weit und dennoch umfassend die beiden Unternehmen neuste Technologien einbringen: Bislang wurden bei diesen Instrumenten Werkstoffe wie Edelstahl oder Titan eingesetzt. Edelstahl hat den Nachteil der schlechten Benetzung. Keramik dagegen wäre in diesem Fall der ideale Werkstoff, wurde aber auf Grund der hohen Sprödigkeit und damit der ungenügenden Aufnahme von Querkräften bisher nicht eingesetzt. Mit der Entwicklung eines neuen Keramikwerkstoffes konnte die OxiMaTec aber die Bruchzähigkeit deutlich erhöhen. Diese neue „fl exible" Keramik könnte nun auch Einzug in die Chirurgie halten, denn es kommt zu keinem Metallabrieb im Körper und damit zu keinen Fremdreaktionen. Außerdem gilt der Werkstoff Keramik als außerordentlich biokompatibel. Ähnliche Entwicklungen in der Hochleistungskeramik werden inzwischen auch in der Orthopädie wie bei Kniegelenken, Kugelköpfen für Endprothesen oder auch im Dentalbereich bei Implantaten und Prothetik eingesetzt. Speziell für den Dentalbereich sind die neuen OxiMaTec-Werkstoffe geradezu prädestiniert und herkömmlichen Werkstoffen überlegen. Diese Überlegenheit belegt OxiMaTec allerdings auch mit fundierten Zahlen. So konnte bei einer keramischen Anschnittdichtung für Spritzgießwerkzeuge ohne Hinterschnitt des Gewindes ein Drehmoment beim Eindrehen von 47 Nm erreicht werden. Außerdem setzte OxiMaTec bereits 2007 mit mehr als 1.500 MPa Biegefestigkeit neue Maßstäbe bei diesem innovativen Werkstoff.
Erfahrung und Gefühl führt zur Präzision im Detail
Die Entwicklung des Werkstoffes ist nur ein Teil der Erfolgsgeschichte, denn die Umsetzung in Form von Prototypen bis hin zur Kleinserie erfordert neben der entsprechenden Erfahrung auch ein entsprechendes Equipment neuster Technologien. Beim Graveurbetrieb Leonhardt werden die Prototypen deshalb zunächst auf einer 5-achsigen Ultrasonic hergestellt. Nach der Qualifi zierungsphase kommt neben dem Press-Fräsverfahren jetzt auch aktuell ein endkonturnahes Fertigungsverfahren mittels Spritzgießen zum Einsatz. Das hat den Vorteil, dass sich der Prozess kostengünstig gestaltet und fi ligranste Bauteile in höchster Präzision herstellen lassen. Selbst wenn in Hochdorf heute die aktuellen Premium-Maschinen im Bereich Polier-Erodieren und Draht-Erodieren eine Präzision von plus/minus 2 μm sichern, Standarddrähte von 0,07 bis 0,02 mm eingesetzt werden, ist bei der Herstellung der Werkzeuge höchstes Knowhow gefragt. Rechnet man bei Kunststoff mit einem durchschnittlichen Schwund von bis zu 2 Prozent, so sind bei Werkzeugen für Keramik bis zu 30 Prozent zu berücksichtigen. Die Kombination innovativer Entwicklungen mit konventionellen Verfahren und neuesten Technologien ermöglichen bei Leonhardt aber mittlerweile auch die Verbindung mehrerer Komponenten mit Keramik oder auch die Verbindung von Kunststoff und Keramik.
Die sinnvolle Ergänzung
Wer mit neuen eigens entwickelten Werkstoffen sowie deren Umsetzung von sich reden macht, dem ist auch analytisches Denken und Vorgehen nicht abzusprechen. So hat man sich bei Leonhardt und OxiMaTec für messtechnische und analytische Aufgaben– auch für Stahl – bestens gerüstet. Ausgestattet mit optischer und Rasterelektronenmikroskopie, einer 3D-Messmaschine sowie Konturund Oberflächenmessgeräten von Zeiss werden Bauteile vermessen, analysiert und dokumentiert. Kleinere Bauteile können zusätzlich über die CTTechnologie zerstörungsfrei untersucht werden. Ein Dienstleistungsangebot also, mit dem sich der aufwändige Weg zu offi ziellen Werkstoffprüfi nstituten häufig vermeiden lässt.
Langjähriges Know-how und modernste Technik erhalten Sie bei Leonhardt heute und in Zukunft!
1996 erhielt die Firma Leonhardt als einer der ersten Graveur betriebe in der Bundesrepublik die Zertifizierung nach DIN EN ISO 9001. Wir handeln getreu dem Motto „Die Qualität von heute, sind die Aufträge von morgen" und stellen damit unser hohes Maß an Kunden orien tierung unter Beweis. Erreicht wurde dieses Ziel, weil jeder Mitarbeiter ein hohes Maß an Eigenverantwortung übernimmt und mit seinem Engagement und seiner Innovationsbereitschaft zum Erfolg des Unternehmens beiträgt. Wie groß dieser „Erfindungsgeist" ist, kann man an nationalen und internationalen Patenten erkennen, die bei Leonhardt im Laufe der Jahre entwickelt wurden. Eines davon erhielt das Unternehmen 1996 für die „Setzlettern". Das sind Druckbuchstaben aus 100% recyclebarem, lebensmittelechtem Kunststoff.Seit es sie gibt, kann in Grundschuldruckereien auf giftiges Blei verzichtet werden.
Originalartikel als PDF-Download:
Graveurbetrieb Leonhardt als Top-Innovator ausgezeichnet (650.72 kB)
Quelle: compamedia GmbH